Moment mal - Meiling
Der Herbst ist da

Mit dem 1. September beginnt meteorologisch der Herbst und in den letzten Nächten hat es ja nun auch heftig geregnet und gestürmt. Der trockene Boden freut sich über jeden Tropfen Wasser und manch einer von uns sehnt auch das Ende der hohen Tagestemperaturen herbei. Es war ein heißer Sommer mit abgedrehter Heizung und weitestgehend ohne Maske oder andere coronabedingte Einschränkung. Mit Seufzen werden wir uns noch daran zurück erinnern, denn von nun an wird es wieder kälter und damit steigen auch die Infektionszahlen.

Wir hören , dass uns ein „heißer Herbst“ und ein kalter Winter bevorstehen. Massive Preiserhöhungen sind angekündigt und betreffen längst nicht nur mehr die ärmeren Menschen. Die aber doch vor allem. Da wächst die Empörung im Land und die Verärgerung will sich im Zorn Bahn brechen. Doch die Suche nach einem Schuldigen oder die Schimpftirade auf die unfähige Politik hilft uns nicht weiter. Deutlicher als je zuvor gedacht, holen uns die Versäumnisse der Vergangenheit ein. Wie wahr und zutreffend erscheinen uns auf einmal die Mahnungen der Klimaforscher und Energieexperten, die uns schon vor Jahrzehnten auf die zerstörerischen Folgen unserer Konsum- und Energiepolitik aufmerksam gemacht. Nun drehen wir also unsere Heizungen im Winter auch in der Kirche auf 19 Grad und hoffen auf einen milden Winter. Endlich wird an allen Orten ernsthaft über energetische Sanierung und die Ermöglichung regenerativer Energieerzeugung nachgedacht. Warum nicht früher? möchte man fragen.

Im ersten Buch der Bibel lesen wir: Und Gott segnete die Menschen und sagte zu ihnen: »Seid fruchtbar und vermehrt euch! Füllt die ganze Erde und nehmt sie in Besitz! Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer Fürsorge an.«

In älteren Übersetzungen stehen da die Worte „macht euch die Erde untertan“ und das ist ja wohl auch gut und richtig, dass wir inzwischen durch eifriges Bibelstudium gelernt haben, was Gott wirklich damit gemeint hat. Die Erde ist unserer Fürsorge anvertraut. Oder wie es die Worte einer alten indianischen Weisheit sagen „Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt –sondern von unseren Kindern geliehen“.

Ich weiß nicht, wie Sie das so handhaben, aber mit geliehenen Dingen gehe ich immer besonders sorgfältig um. Dankbar, dass ich sie mir ausleihen durfte und wenn es geht, gebe ich sie sorgfältig gereinigt und aufgeladen zurück. Könnte man ja mal drüber nachdenken.

Einen gesegneten Herbst wünscht Ihnen

Ihr Volker Meiling