Tamar muss nicht länger schweigen

Gut, dass es geschützte Räume für ungeschützte Gespräche gibt. Wir können uns auf das Schweigen derer verlassen, die von Berufs wegen dazu verpflichtet sind: Ärztinnen und Ärzte, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Pfarrerinnen und Pfarrer. Ihr Schweigen gibt uns die Möglichkeit, auch Unangenehmes auszusprechen: Peinlichkeiten, tiefe Ängste, Geheimnisse, die uns belasten. „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ – die Redensart zeigt uns, dass es auch im Alltag ratsam sein kann, Manches für sich zu behalten.

Es gibt aber auch Situationen, in denen Schweigen nicht Gold ist, noch nicht einmal Silber. Situationen, in denen eine schlimme Tat vertuscht werden soll. Dieses Schweigen deckt die Täter und lässt die Opfer allein.
„Tamar muss nicht länger schweigen“

Auch die Geschichte Tamars ist nicht in gleicher Weise weiter erzählt worden wie die Geschichten von Abraham, Mose oder David. Tamars Geschichte ist traurig: Es ist die Geschichte von Gewalt und sexuellem Missbrauch in der Familie und eine Geschichte der stillschweigenden Mittäterschaft. So, wie es heute noch vorkommt.
Tamars Geschichte wurde sorgfältig aufgeschrieben, damit das Unrecht nicht verschwiegen wird. Die Bibel nennt Tat und Täter beim Namen. In unserem Gottesdienst fragen wir, was geschieht, wenn das unheilvolle Schweigen gebrochen wird.

Wir laden herzlich ein zu den Mirjam-Gottesdiensten unserer Gemeinde:
Am 2. September um 9.30 Uhr in Pulheim und um 11 Uhr in Stommeln oder am 9. September um 9.30 Uhr in Sinnersdorf.

Das Vorbereitungsteam aus Frauen der Gesamtgemeinde und die Gruppe musica vita

Sabine Petzke