Worauf wollen Sie verzichten?

Auch wenn in vielen Gärten schon die bunten Eier an den Zweigen hängen und der Frühling die Natur mit großer Kraft zurück ins Leben schubst, sind wir doch noch mitten in der Fastenzeit. Spät in diesem Jahr, weil uns der erste Vollmond nach dem Frühlingsanfang in 2017 eben erst am 11. April bescheint feiert die Christenheit am darauffolgenden Sonntag das Fest der Auferstehung Christi. Die vierzig Tage zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag nutzen viele Christen im Gedenken an den Leidensweg Jesu als Zeit des Verzichts. Vielleicht haben Sie sich ja auch vorgenommen, in der Zeit bis Ostern auf etwas zu verzichten. Moderner Verzicht dient weniger der Kasteiung als vielmehr der der Bewusstwerdung. Was ist wichtig in meinem Leben? Welche angenommene Konsumgewohnheit ist eigentlich überflüssig? Solche Fragen stellt sich der fastende Mensch.

Mir ist noch eine andere Frage in den Sinn gekommen: Womit möchte ich mein Leben erfüllen?

Stellt sich nur ein Problem. So lange mein Leben so proppenvoll ist, wie es sich derzeit anfühlt, kann da nichts mehr dazu kommen. Fastenzeit kann mir da zu einer Zeit des leer werdens werden. Erst wenn ich genug entsorgt habe, kann ich neu füllen.

Was bei Kleiderschränken funktioniert, ist im richtigen Leben nicht anders.

Ich wünsche Ihnen in den restlichen Wochen dieser Fastenzeit den Mut und die Entschlossenheit, sich zu trennen, damit Sie zum Fest der Auferstehung in ein neues Leben starten können.

Ihr
Volker Meiling