Pfingsten ist Geburtstag der Kirche

Pfingsten sei, so sagt man, der Geburtstag der Kirche. Damals vor fast 2000 Jahren fanden Menschen in Jerusalem den Mut, anderen von Jesus und von der Liebe Gottes zu erzählen. Sie blieben nicht länger in ihren Häusern bei sich selbst, sondern gingen mit der Botschaft ihres Herzens hinaus auf die Straßen der Stadt. Und sie fanden Gehör. Man kann von der Pfingstpredigt des Apostels Petrus lesen, dass sie an diesem Tage 3.000 Hörerinnen und Hörer gefunden hat, die sich sofort taufen lassen wollten.In diesem Moment fing Kirche an. Aus einer locker verbundenen Gemeinschaft der Glaubenden und Hoffenden wurde ein planvolles Handeln in die Welt hinein.

„Der Geist weht, wo er will“

Den Ausschlag zu dieser Veränderung aber hatte der Heilige Geist gegeben. Als Feuerzungen erschien er den Jüngern und entzündete in ihnen Begeisterung. Der Geist gilt deshalb als Urheber der Kirche. Er bewirkt, dass Menschen aufeinander zugehen, dass Grenzen überwunden werden, Gemeinschaft in Wort und Tat entsteht. Leider funktioniert das nicht auf Knopfdruck. Meiner Erfahrung nach gibt es auch keine noch so ausgefeilte spirituelle Praxis, die das Erscheinen des Heiligen Geistes planbar herbeiführen möchte. Denn, so schreibt es der Evangelist Johannes: Der Geist weht, wo er will. Und so ist jeder, der aus dem Geist Gottes geboren ist, ein Kind Gottes.

„Es braucht offene Herzen und den klaren Blick für den anderen“

Auf der anderen Seite darf ich aber immer wieder erleben, wie Menschen von der Hoffnung ihres Herzens bewegt zu einem gemeinsamen Ziel aufbrechen und dabei erstaunliche Erfolge erzielen können. Das kann innerhalb oder auch außerhalb unserer Kirche geschehen. Dazu braucht es offene Herzen und den klaren Blick für den anderen. Der Heilige Geist braucht offene Landebahnen, damit auch wir das erleben dürfen, was den ersten Jüngern vor 2000 Jahren zuteil wurde. Begeisterung und Ermutigung für uns und die Welt.

Ihr
Volker Meiling