Die Mitte

Mit dem 21. Juni haben wir den längsten Tag und die kürzeste Nacht hinter uns gebracht. Mittsommerwende oder Sommersonnenwende, vor allem in nordischen Ländern beliebt, erinnert uns daran, dass die Tage nun wieder kürzer werden. In sechs Monaten ist Heilig Abend. Das lässt zunächst schmunzeln, dann aber auch leicht erschrecken. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Haben wir nicht eben noch ums Osterfeuer herum gestanden?

Man sagt, dass die Zeit im Alter schneller vergeht. Wann fängt dieses Alter an? Mein Gefühl sagt mir, dass die Zeit fliegt. Und ich kann nicht hinterherfliegen, sondern muss am Boden bleiben und sehen, was ich mit der Zeit anfange, die mir bleibt.

Ich will sie gut und sinnvoll nutzen. Aber ich will sie auch in Ruhe verstreichen lassen und sehen, was sie mir bringt. Denn sie ist in allem ein Geschenk. Ein Geschenk für mich und die Menschen, mit denen ich gemeinsam leben darf.

In dem Mittagslied „Dieser Tag ist nicht mehr neu“ von Wolfgang Schulz-Pagel und Hiltrud Erning heißt es: Gott schenkt mir Zeit – zu tun, woran ich heut Morgen gedacht und was mich heut Abend zufrieden macht.

Eine gesegnetes Sommerzeit und zufriedene lauschige Abende wünscht Ihnen

Ihr
Volker Meiling

 

Dieser Tag, er ist ist nicht mehr neu

Dieser Tag, er ist nicht mehr neu
der Zauber des Anfangs ist schon vorbei.
Morgenrot und Tautropfenglanz,
sie wichen der Sonne strahlendem Glanz.
Der Abend ist noch weit, jetzt ist die Zeit,
jetzt ist die Zeit…

…zu tun, woran ich heut Morgen gedacht
und was mich heut Abend zufrieden macht.

Wär der Tag ein Bogen Papier,
dann läge er halb beschrieben vor mir.
Wartet wohl, gespannt, was ich will,
womit ich die and‘re Hälfte noch füll.
Und bis zur Dunkelheit bleibt noch viel Zeit,
bleibt noch viel Zeit…

…zu tun, woran ich heut Morgen gedacht
und was mich heut Abend zufrieden macht.

Mittendrin im Tagesgeschehn,
da bleibe ich einen Augenblick stehn,
atme tief, genieß den Moment,
in dem mein Herz aufs neue erkennt:
Gott schenkt mir Zeit, Gott schenkt mir Zeit…

…zu tun, woran ich heut Morgen gedacht
und was mich heut Abend zufrieden macht.

 

© Text Hiltrud Erning / Musik Wolfgang Schulz-Pagel