Pfingsten - Das Wunder von Einheit und Vielfalt

An Pfingsten feiern wir den Geburtstag der Kirche. Damals kam der Heilige Geist über die Jüngerinnen und Jünger. Die hatten sich ängstlich in die eigenen viere Wände zurück gezogen. „Kirche hinter verschlossenen Türen“ sozusagen und für Insider.

Doch der Heilige Geist lässt die Jüngerinnen und Jünger in die Öffentlichkeit treten. Begeistert erzählen sie aller Welt von ihren Erfahrungen mit Jesus. Sie berichten, was sie im Glauben bewegt und was sie in der Welt bewegen möchten. Das hat viele Menschen begeistert und ebenfalls überzeugt.

An Pfingsten wird die Geburtsstunde der Kirche gefeiert – und die mangelnde Einheit der Kirche bedauert. Es gibt nicht die eine christliche Kirche. Es gibt evangelische und römisch-katholische Kirche, die orthodoxe Kirche, Pfingstkirchen und freie evangelische Gemeinden.

An Pfingsten – damals in Jerusalem – kam der Heilige Geist über die Jüngerinnen und Jünger. Alle sprachen sie in ihrer eigenen Sprache über den Glauben. Schon damals erlebten die Jüngerinnen und Jünger die Erfahrung von „Einheit in Vielfalt“. Das Pfingstwunder.

Damals wie heute besteht die eine christliche Kirche aus vielen Kirchen, die jeweils ihre Sprache sprechen: Evangelisch, römisch-katholisch, orthodox, pfingstlerisch … Die Kirchen sprechen unterschiedliche Sprachen. Das ist von Gott gewollt, damit sie möglichst viele Menschen in ihrer Sprache und in ihrem Lebenskontext ansprechen und begeistern können.

Die Kirchen sollten sich über diese Vielfalt freuen. Sie ist ein wunderbares Geschenk. Und sie sollten die Andersartigkeit der verschiedenen Kirchen achten und wertschätzen. Dann entsteht „Einheit in Vielfalt“.

Ich wünsche Ihnen ein segensreiches Pfingstfest
Johannes Böttcher