„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Jahreslosung für das Jahr 2020.

Ich stehe im Schwimmbad auf dem 5-Meter-Brett. Schon häufiger bin ich vom 5-Meter-Brett gesprungen. Ein Auerbachsalto ist von mir nicht zu erwarten. Aber ein ordentlicher Fußsprung – das geht locker. Da bin ich mir sicher.

Ich trete an den Rand des Sprungbretts und blicke hinunter. Und schon beginnt das Kopfkino: Was, wenn der Sprung missglückt? Tue ich mir weh? Lächeln dann die anderen Badegäste? Soll ich den Sprung nicht lieber von vornherein abbrechen? Ich glaube; hilf meinem Unglauben.

Beim Sprung vom 5-Meter-Brett hat mein Selbstvertrauen einen ständigen Begleiter – den Zweifel. Ähnlich verhält es sich mit dem christlichen Glauben. Auch er hat einen Begleiter an seiner Seite – den Unglauben, die Anfechtung oder in heutiger Sprache, den Glaubenszweifel. Gibt es Gott wirklich? Kann man Gott voll und ganz vertrauen?

Zum Glück ist die Bibel in der Beschreibung der biblischen Gestalten zutiefst ehrlich. Die biblischen Vorbilder im Glauben werden nicht zu Glaubenshelden stilisiert. Sie sind Menschen mit einem gefestigten Glauben – und manchmal auch von großen Glaubenszweifeln geplagt. Wie tröstlich, denke ich mir in den Phasen des Zweifels, da bin ich ja in bester Gesellschaft.

Den Glauben gibt es wohl nicht ohne die Anfechtung des Zweifels. Der Zweifel, insbesondere wenn wir ihn wieder überwunden haben, kann den Glauben wachsen und reifen lassen. Und, der Glaube wird uns von Gott geschenkt; die Überwindung des Glaubenszweifels ebenfalls. „Ich glaube; hilf (du mein Gott) meinem Unglauben!“

Ich wünsche Ihnen ein glaubensreiches Jahr 2020.

Ihr
Johannes Böttcher