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Für immmer im Herzen

22.07.2018

Blumen für die Sternenkinder

 

Zum ersten Mal haben Pfarrerin Maike Pungs und Pfarrer Christoph Hittmeyer in einer ökumenischen Andacht an Sternenkinder erinnert und für sie gebetet. Rund 70 Gäste waren dazu an das Denkmal auf dem Neuen Friedhof nach Sinnersdorf gekommen.

 

„Wir durften dich nicht begrüßen. Die Liebe bleibt“, steht auf einem der gelben Zettel, „Für meine Schwester“ auf einem anderen. Es sind Grüße und Gedanken an Kinder, die schon in der Schwangerschaft, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Dieser Sternenkinder gedachten Betroffene, ihre Familien und Freunde während einer ökumenischen Andacht, die zum ersten Mal im Pfarrverband „Am Stommelerbusch“ gefeiert wurde.

„Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht. Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände, deine Mauern habe ich immer vor Augen.“ Diese Verse aus dem Buch Jesaja machten Hoffnung und erinnerten an die Zusage Gottes, jedem Menschen eine Heimat zu geben. „Wir können sicher sein, dass Gott jedes dieser Kinder beim Namen kennt“, sagte Pfarrer Christoph Hittmeyer, der gemeinsam mit Pfarrerin Maike Pungs die Andacht feierte.

Die Glücksgefühle einer Mutter, wenn sie ihr Kind im Bauch wachsen spürt, beschrieb Maike Pungs in ihrer Ansprache. Die Pfarrerin der Friedenskirche vollzog eindrücklich Trauer und Wut der Eltern nach, die dann erleben müssen, dass sie ihr Kind nie in ihren Armen halten dürfen. „Sie trauern auch um die gemeinsame Zukunft mit ihrem Kind“, sagte sie.

Im Anschluss an die Ansprache hatten die rund 70 Gäste Gelegenheit, still und persönlich ihren Gedanken und ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen: Auf Zetteln hinterließen sie eine kleine Botschaft, die sie an bunte Gerbera hängten. Die farbenfrohen Blumen legten die Besucher am Sternenkinderdenkmal nieder. Marijke Kirchhoff, die die Idee zu dieser Andacht hatte, freute sich über die große Anteilnahme: „Es ist gut, wenn Eltern, Großeltern und auch Geschwister über den Verlust sprechen und die Kinder einen Platz im Leben ihrer Angehörigen behalten.“

Text: Ruth Henn

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